Mit der Zugspitzbahn fuhren die Erdkunde-Leistungskurse des Gymnasium Johanneum auf das Zugspitzplatt – und standen dort vor dem Nördlichen Schneeferner, einem der letzten verbliebenen Gletscher Deutschlands. Seit dem 19. Jahrhundert hat er rund 80 Prozent seiner Fläche verloren. Was bleibt, schrumpft messbar weiter.
Ausgerüstet mit Grödel unter den Wanderschuhen betraten die Schülerinnen und Schüler das Eis. Gletscherführer Michi erklärte vor Ort, was den Schwund beschleunigt: schwarze Partikel aus Waldbränden und Sahara-Sandstürmen lagern sich auf dem Eis ab, senken dessen Albedo und lassen es schneller schmelzen. Der Effekt ist sichtbar – dunkle Streifen auf der weißen Eismasse, wo noch vor Jahren reines Eis lag.
In der ehemaligen Gletschermoräne darunter las sich die Geschichte des Rückzugs wie in einem Geschichtsbuch aus Stein: Rundhöcker, Schotterwälle, Gletscherschliffe – die erosive Kraft des Eises, eingefroren in der Landschaft. Aus dem schmelzenden Eis treten zudem konservierte Sedimente und organische Materialien frei, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wertvolle Einblicke in vergangene Klimaperioden liefern.
Für die Schülerinnen und Schüler war es ein Moment, der Klimawandel vom Abstraktum zur Realität macht.
Weitere Stationen
Neben der Gletscherexkursion untersuchten die Leistungskurse Massentourismus am Eibsee, kartierte Innenstadtkerne von Garmisch und Partenkirchen, führten qualitative Interviews mit Touristinnen und Touristen, erforschten fluviale Erosion in der Partnachklamm und begutachteten den Wandel der Almwirtschaft. An- und Abreise erfolgten per Bahn – nachhaltig, wie es sich für eine Biosphärenschule gehört.
Die Gletscherexkursion wurde ermöglicht durch die Förderung der Stiftung ME Saar – Die Metall + Elektroindustrie. Herzlichen Dank.



