


Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, als in Frankreich materielle Not einherging mit geistiger Leere und Orientierungslosigkeit, stellte sich einer trotzig den scheinbar unlösbaren Problemen entgegen: der Priester Julius Chevalier (siehe Bild links). Er gründete 1854 in Issoudun bei Bourges die Gemeinschaft Missionaires du Sacré Coeur (Herz-Jesu-Missionare) mit dem erklärten Ziel, neue Kraft, Mut und Zuversicht in die Herzen der Menschen zu tragen.

Denn Gott beweist seine Allgegenwart und Liebe auch dadurch, daß er Menschen füreinander da sein läßt. Die schwierige Mission beschränkte sich zunächst auf Mittelfrankreich, wo als Folge der Revolution das Christentum im wirklichen Sinne des Wortes nahezu in Vergessenheit geraten war. Doch schon bald wurde klar, daß Armut und Hoffnungslosigkeit keine Grenzen kennen. Unter diesem Eindruck beschloß die Gemeinschaft, sich im Namen Gottes weltweit gegen das Elend und für das Recht der Menschen zu engagieren. Bereits 1881 begann die Missionstätigkeit in der Südsee. 1888 kamen die ersten Herz-Jesu-Missionare nach Salzburg-Liefering und 1897 wurde das Missionshaus in Hiltrup bei Münster errichtet (Gründer: P. Hubert Linckens, siehe Bild rechts). Heute wirken die Missionare in 38 Ländern und haben ihr Ordenszentrum in Rom.
Rund um den Erdball stellen etwa 2.400 Herz-Jesu-Missionare ihr Leben in den Dienst der Bedürftigen. Der Einsatz erfolgt stets dort, wo die Not am größten ist. Je nach persönlicher Begabung und Neigung sind sie als Priester oder Brüder im kirchlichen wie im weltlichen Bereich tätig. Dabei gilt es, drei umfassende Aufgabengebiete zu bewältigen:
Der Traum von einer neuen, einer besseren Welt soll Wirklichkeit werden für alle Menschen. Doch Veränderungen vollziehen sich langsam. Sie erfordern Geduld und Einsicht sowie ein großes Maß an Solidarität und Verantwortung. Wenn das Wir-Gefühl den Egoismus besiegt, wenn die Toleranz anstelle von Engstirnigkeit tritt, wenn jeder in seinem Nächsten den Bruder oder die Schwester sieht, kann sich vieles zum Guten wenden. Aus diesem Bewußtsein heraus und im tiefen Vertrauen auf Jesus Christus blicken die Herz-Jesu-Missionare optimistisch nach vorn. Auf ihrem oft schwierigen Weg lassen sie sich gern begleiten von Menschen, die zum Handeln bereit sind und dadurch missionarisch im eigenen Umfeld wirken. Gemeinsam wird es gelingen, den wahren Sinn des Lebens zu finden und das erträumte Ziel zu erreichen: eine neue, bessere Welt.


